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XEN auf SLES 10 mit Windows und Linux als Gästen

Windows in einer XEN-Virtuellen Maschine unter Linux? Novell hat es auf der CeBIT demonstriert und wir wollten es auch mal sehen. Zur Verfügung stand uns eine Vorabversion RC1 des SUSE Linux Enterprise Servers 10 (SLES 10), der Unterstützung hierfür bereits in die Konfigurationsoberfläche YaST eingebaut hat. Als Hardware verwendeten wir ein ASUS P5P800-SE mit Pentium D (mit Vanderpool-Technologie, bzw. laut BIOS "Vendorpool") und 2 GB DDR-RAM, also nichts Weltbewegendes.

Der Gastgeber bereitet sich vor

Die Installation von SLES 10 war erwartungsgemäß unspektakulär. Man muss lediglich darauf achten, das X-Window-System mit anzuwählen, da für die XEN-Konfiguration mit YaST eine grafische Oberfläche notwendig ist. Nach der Installation genehmigt sich das Betriebsystem standardmäßig 1,5 GB. Dies ist zu viel, um einen Gast mit 512 MB zu starten; versucht man es trotzdem, friert das System ein. Deshalb haben wir dies über den Kernel-Parameter dom0_mem=512M auf 512 MB begrenzt und hatten so 1,5 GB für unsere Gast-Systeme übrig.

Vorbereitung für die Gäste

Auf unserem Testsystem gab es ein Problem mit dem CD-ROM, das nach mehreren Starts der virtuellen Maschinen für diese nicht mehr zugreifbar war ("boot from CD-ROM failed") - schlecht für eine Installation von CD - und nur durch einen Reboot des Wirtsystems wieder zur Arbeit zu bewegen war. Deshalb haben wir in einem ersten Schritt in den Gastsystemen ein Live-Linux gebootet, die zweite Festplatte mit FAT32 formatiert und den Inhalt der Windows-Installations-CD drauf kopiert. Dies war nur für die Windows-Installationen notwendig, da Linux auch über Netzwerk installierbar ist.

Die Gäste treffen ein

So gerüstet konnte die Installation beginnen. Die Windows-Installation lief in zwei Schritten ab: Booten von CD-ROM und Installation bis zum ersten Reboot. Dann das Festplatten-Image mit den Installationsdateien einhängen und nochmal Starten, um die Installations abzuschließen.

Erster Schritt

Zurerst ganz normal von CD booten und Windows installieren lassen. Bei dem anschließenden Neustart kam es mehrmals zum Einfrieren des Wirtssystems, das danach nur durch einen Druck auf den Reset-Knopf wieder zum Leben zu erwecken war. Deshalb muss man kurz vor dem Reboot die Virtuelle Maschine durch Schließen des Fensters beenden, bevor sie den Absturz provozieren kann.

Zweiter Schritt

Jetzt galt es, das Festplatten-Image mit den Installations-CDs einzuhängen. Da YaST momentan noch keine Umkonfiguration der Gastsysteme erlaubt, mussten wir die Konfigurationen der Gast-Systeme von Hand anpassen, um die Installationsdateien einzubinden. Hierzu wurde der entsprechende Eintrag in

disk = [ 'file:/var/lib/xen/images/WinXP/hda,ioemu:hdb,w',
         'file:/var/lib/xen/images/Install/hda,ioemu:hdb,w' ]

geändert. Zusätzlich haben wir das Booten von CD-ROM durch boot = 'c' deaktiviert, um etwas länger an unserem CD-ROM zu haben. Nach dem Start des Gastes lief wurden die Installationsdateien auf der zweiten Festplatte gefunden und die weiter Installation lief problemlos ab. Ist die Installation einmal geschafft, sollte man die erhaltenen Images sichern, um sich in Zukunft die Installationsarbeit zu ersparen.

Linux trifft ein

Die Linux-Installation war schmerzfreier, da wir in unserem Netzwerk einen Server mit den Installations-CDs haben. So mussten wir nur von CD booten und konnten SLES 10 direkt über Netzwerk installieren, ohne dass ein Kopieren notwendig war.

Die Party steigt

Booting

So, alles installiert, dann kann es losgehen: alle Maschinen starten und schon laufen WindowsXP und Windows2003-Server problemlos zusammen mit SLES 10 und SUSE 9.3 auf einem Rechner. Das ganze war auch recht flott - ein hdparm -t /dev/hda ergab als Gast 53 MB/sek, während das Wirtssystem direkt auf der Festplatte auf 55 MB/sek kam. Im Vergleich zu VMWare (ohne Vanderpool-Unterstützung) ist dies deutlich schneller.

Running

Fazit

Auch wenn es einige Klippen zu umschiffen galt, ist eine Installation von Windows auf XEN unter Vanderpool recht einfach zu gestalten, wenn man auf die gute Vorarbeit von SLES 10 bauen kann. Die Probleme mit der CD-ROM-Unterstützung werden bis zum Release von SLES 10 sicher ausgemerzt sein. Leider haben wir die NVidia-Treiber nicht mit XEN zum Laufen bekommen, so dass auf XGL und Combiz und damit auf "wobbelnde" Fenster sowie 3D-Desktop-Umschaltung erstmal verzichtet werden muss.

Unser Testsystem wird übrigens bei unserer Veranstaltung "Anstoß Code 10" am 20.6.2006 in Saarbrücken zu sehen.

Kontakt: